Monalieschen (Jamversion)

verfasst  von Stephan Pfob

Am Abgrund der Frage, warum man nicht allein noch eigentlich zu zweit sein könne, steht mit einem Lächeln die Liebe. Was sie wohl meint? Man hat vermutet, sie posiere als jene Flucht der Wünsche, aller Wünsche, die so unmöglich anzugeben sei wie die der aufgeklappten Frauen in der Malerei; als Unbehagen in Schäfchenwolken Fleisch, als wilder Glaube, sich aus allem, je nach Erfahrenheit: herein- oder herausfressen zu können, als Lebkuchenhaus, in dem für Hänsel nicht ein Käfig steht. Also wäre Liebe der Prinzessinnentraum: die Hoffnung, dass man sich auch im besten Bett nicht doch zu wälzen beginne.

Angenommen aber, sie komme vor. Dann wäre „lieben“ wohl ein Aorist, und das so sehr, dass schließlich „leben“ dazu würde: ein Kügelchen im Gestern. Saugt uns nicht immer wieder etwas in so ein plötzliches Dahinter-Gehen, in Wind- und Wangenschatten hinein, und taumelnd in die Wehmut einer hurtig abgelebten Welt? Da war ja immer was, longue, mince, das sich vollendet im Vorübergehen, und uns bestürzt: Liebe als der Rücken schöner Dinge und ihr Duft.
Also deiner.
… also meiner?
Deine Haut hat keine Augen, Baby, aber atme mal: Vielleicht.
Vielleicht?
Vielleicht.
Schau, und so sitzen wir wie immer da und wägen mit viel Wein und heben wie beim albernen Hochzeitsspiel den Schuh und hoffen auf den Jubel um uns her. Am besten wäre Liebe das. Wenn sie das nicht schon wäre.