First one

verfasst  von Michaela Gärtner

Auf dem Stuhl gegenüber steht ein Aschenbecher. Zwei Messingpferde legen sich die Köpfe auf die Schultern, mit offenen Augen, ihre Schweife liegen still hinter dem Rund. Die Kerze beflackert ihr Relief, spülromantisch, die Lampe nebenan ist aus. Man sieht noch nicht den Atem. Die grobverputze, kahle Besenkammer eine Loggia zu nennen, mit diesem sesselweichen dscha, das wäre wie mit Tönen lügen. Aber man sagt wohl so. Hinter den Doppelbögen ist Nacht. Es rauscht, vielleicht der Regen. Oder der Wind. Gut, zwischendurch darüber nachzudenken. Die Decke gilbt am Kinn, dicht unter den Fingern, die Asche läuft in dunkleren Bahnen die Falten hinab. Man hört nur das Draußen, zwei Stunden über, und das Knistern hier. Und mich. Bald ist die ganze Schachtel bei den Pferden. Wie seltsam, dass es Neumond heißt, denke ich, wenn ich auch weiß, warum. Sehr kurz ein Licht gegenüber, wie im Irrtum. Also der Regen. Das müsste doch genügen, um zurück zu gehen.