Bier, Zirkus, Bier

verfasst  von Gärtner und Pfob

Geruch gequälter Tiere. Bier. Das unterm Schuh der Hochseiltänzerin ist Blut. Kaum schlank, tappst sie ihren Strick entlang. Keiner käme auf das Wort Balance. Wenn die nun runterfiele, denkt jeder lächelnd. Nach der zwei- oder dreiunddreißigsten Verbeugung peitscht ein Frackitaliener sein Pony gelbgrünblau und rot. Tau auf den Gesichtern. Freigelassen werden: Zwölf Chinesen, Bambusstangenhangeln. Scham, sofort an Zoologisches zu denken. Bier. Immerhin. Applaus. Dann die Clowns. Der lachende betäubt die Kinder, Zuckerwatte fällt ins Haar, der weinende weint wirklich, verträgt die Schminke nicht. (Das Weiße ist wohl alles Salbe.) Aufwachen nach der Tigernummer. Bier. Auf den Brettersitzen hat man sich Splitter eingerissen, Blasenentzündungen aufgefrischt. Jeder ohne Isomatte hat sich [schrappnellartig] Splitter eingerissen, jeder, der an Sparren und Schragen lehnt, sich kein Kissen [Kind] dafür geliehen hat, reißt sich [schrappnellartig] Splitter ein. Bier. Jongliererei. Steigende Publikumsunruhe: blühende Blasenentzündungen, wg. Splitter Papa am Mamapo[po], drastisches Zusammenkneifen, o bittebitte Schlussmusik, sedierte Kinder. Ich esse die Zuckerwatte aus meinem Haar. Bier. Bleche luftbeulen los, quaken, schrägen, sägen, Querflöten mit Haar-, Schlag-, und Blutspuren, Erzböses, Hortnerinnen-Fingernägel-auf-Tafel-artiges Kratzen der Geigenattrappen. [Panisch] die hineingetriebenen Ponys fliehen [panisch] ins Rund. Wo sie die Peitsche [des verbeugungssüchtigen Frackitalieners] nicht trifft, schreien ihnen die Geigen [wie {heisere} Spanierinnen] hinterher. Hätte gern ein Ricola. Bier. Bricht ein Pony zusammen, [panisch] drauflossterbend, hält Mutti lachend den Kindern die Augen zu [jedem eins]. Bier. Reißt sich hungrig ein Chinese los, reißen sich zwölf Chinesen hungrig los, die Zähne ins Pony ins Pony ins Pony ins Pony ins Pony. Bier. Zuckende Fische an Matrosenkadavern, denk ich Bier, zittriger Weihnachtsbaumstern beim Geschenkeaufreißen, dieser lamettrige Ponykopfschmuck, denk ich. Bier. Vor der mühsam heruntergelassenen [endsfetten Bier ehrlich endsfetten] Hochseiltänzerin stauben Bier die Chinesen auseinander. Sie hält den Schuh planmäßig ins Ponyblut. Ganz rascher, reißender Applaus. Bierbierbier. Blitzartig überfüllte Klos, der Frauenunmut drastisch, blutig. Ich breche artistisch, ballistisch, äquilibristisch über drei Reihen splittrige Bänke Bier. Ins Leere verbeugt sich der Frackitaliener weiter, zu den Splittern und mir, die Männer vom Seilzug blasen sich noch lang verzweifelt in die Hände.