Ameisenlöwe

Bild  von Stephan Pfob

Ein bisschen steht er wie ein Sportler, der aus Erfolg und Schönheit mit sich im Reinen ist, die Arme schweben mit noch leicht gebeugten Fingern. Oder, als hätte er den Sinn seiner Glieder vergessen und warte. Zögerlich löst sich der Kontrapost, ihm sind die Augen verbunden. Sein Kopf neigt sich in die Leere hinter meinem Nacken.

Ich schaue weich und ungewiss zum Schoß meiner Mutter, die das zweite Tuch faltet. Es fällt zur Linken ihres Schenkels wie ein Bärenkopf. Mein Hemd, in dunklen Punkten auf weißem Grund, bildet ein Negativ zu ihrer klaren Schürze, wie eine kleine Uniform. Meine Hände sind schon viel zu groß.

Gleich werde ich auf allen Vieren den Holzlöffel am Topf zerschlagen, durch eine Übertreibung. Man wird schimpfen und mir den üblichen Sieg bescheren: Die Binde von den Augen ziehend knie ich in einem Trichter Tadel. Damals standen an seinem Rand noch die Birke und der Augustapfelbaum, die auf dem Foto nicht zu erkennen sind. Aber ich weiß, sie waren da.